Ferien auf dem Bauernhof (mit ein bisschen Arbeit)

jpf-admin | 31.August 2017

Ferien und Arbeit auf dem Bauernhof: Im Ferienmonat August habe ich es mir zugegebenermaßen leicht gemacht und Ferienziel mit Jobstation Nummer 10 verbunden. Mein Sohn und ich haben eine Woche auf einem Schulbauernhof in der Nähe von Bremen verbracht. Dort konnten wir anpacken und helfen – wenn wir wollten ;-).

Unser „zuhause“ für eine Woche war ein ausgebauter Bauwagen, den wir offenbar mit einer kleinen Maus teilten, die insbesondere nachts sehr aktiv war. Direkt neben unserem Wagen wohnten die Esel, die morgens lauthals nach Futter schrien, so dass wir garantiert wach wurden. Doch insbesondere der sonst nicht so schlafbegeisterte Sohnemann schlief tief und fest, wie sonst nie. Uns gegenüber befanden sich noch zwei Ferienappartements und daran angrenzend der Pferdestall. Letzteren mussten wir immer durchqueren, um zu den Waschräumen und Toiletten zu gelangen – nachts etwas unheimlich. Außer den Pferden gab es noch Ziegen, Schafe, Hühner, Truthähne, Gänse und Enten, Kaninchen sowie Meerschweinchen, zwei Hunde sowie besonders außergewöhnliche, weil bedrohte Wollschweine. Die Fütterung morgens und abends nahm dementsprechend ein wenig Zeit in Anspruch, aber der „Bauer“ konnte auf tatkräftige Unterstützung zählen: Nicht nur Feriengastkinder halfen bei der Fütterung und Pflege der Tiere mit, sondern auch die angereiste vierte Klasse einer Grundschule. Die Klasse hatte die ganze Woche über ein tolles Bauernhof-Programm. Sie lernten natürlich die Tiere kennen, haben Brot gebacken, sich im Bogenschießen versucht, bei der Schafschur zugesehen und anschließend aus der Wolle Bälle gefilzt, mit den Hofhunden gespielt, im nahelegenden Badesee geplanscht, gemeinsam gegrillt, im Feuer Stockbrot zubereitet und, und, und…

Im Einklang mit Mensch und Tier

Wir durften bei diesen Aktivitäten mitmachen, haben uns aber auch mit dem Fahrrad auf eigene Faust im Umland umgesehen, sind mit dem Hofhund spazieren gegangen oder haben das Gehege der Esel „abgeäppelt“. Es gab halt immer was zu tun – sofern wir Lust und Laune hatten, aktiv zu werden. Die Betreiber des Bauernhofs hatten diese Freiheit nicht, denn mit der Klasse musste das beschriebene Programm natürlich durchgezogen werden. Dafür sollte man neben dem pädagogischen Geschick ein großes Verantwortungsbewusstsein sowie die nötige Gelassenheit mit Kindern und Tieren mitbringen. Denn Tag und Nacht eine Schulklasse (mit begleitendem Lehrpersonal), Feriengäste sowie Hof und Tiere zu betreuen und zu versorgen, ist schon eine sehr fordernde Aufgabe, die ständige Erreichbarkeit, Zuverlässigkeit, Organisationsvermögen und Geduld erfordert. Aber nicht nur auf sozialer Ebene wird viel verlangt, sondern auch auf körperlicher. Wer mal einen Stall ausgemistet hat, weiß, wovon ich spreche. Es ist ebenfalls von Vorteil, handwerkliche Fähigkeiten für kleine Reparaturen mitzubringen und die Feriengäste mit gewissen Koch- und Backkünsten zu verpflegen.

Man bekommt bei dieser naturnahen Arbeit ganz viel zurück: leuchtende Kinderaugen, zufriedene Lehrer, entspannte Eltern, nette Feriengäste und treuherzige, gesunde Tiere. So ist es für alle Seiten ein Gewinn, Ferien auf dem Bauernhof zu verbringen. Wer jetzt neugierig geworden ist, wo genau wir die Sommerwoche verbracht haben, hier kommt der Link: http://www.animalfarm-hellingst.de/

Ich wünsche allen einen guten Schulstart!

Eure Gunda Ben Djemia-Böke