Kann ich einen Test bei Ihnen machen?

Gunda Ben Djemia-Böke | 11.Februar 2015
Karriereplanung

Diese Frage habe ich auf der Horizon-Bildungsmesse Anfang dieses Jahres sehr häufig gehört. „Was stellen Sie sich denn unter einem Test vor?“ habe ich dann einmal zurückgefragt. „Einen Test eben, der mir sagt, was ich werden kann.“ Für mich klingt das eher abschreckend, dass ein Test darüber bestimmt, für welchen Beruf ich geeignet bin. Dennoch scheint es ja den Wunsch zu geben, dass ein anderer, in diesem Fall sogar ein programmierter Computertest, darüber entscheidet, welche beruflichen Möglichkeiten überhaupt infrage kommen. Ich habe mich gefragt, warum das so ist und bin zu der Antwort gelangt: „Weil’s sehr bequem ist.“ Man hat die Verantwortung für die Entscheidung der Berufswahl einfach abgegeben. Dieses „Verantwortung-abgeben-wollen“ wiederum verstehe ich auch nicht so ganz, denn wenn z.B. Eltern eine Entscheidung für ihre Kinder treffen, wird dieses Verhalten bei den Heranwachsenden eigentlich nicht so gerne gesehen. Schließlich ist man auf dem Weg, erwachsen zu werden und will seinen Weg alleine, d.h. ohne gut gemeinte Ratschläge der Erziehungsberechtigten gehen. Oder ist das heute nicht mehr so?

In einem Zeitungsartikel habe ich neulich gelesen, dass sich der Erziehungsstil im Laufe der Jahre grundlegend geändert hat. Früher waren eher autoritäre, patriarchalische Erziehungsmuster erkennbar, heute sind es Teamähnliche Strukturen bzw. auf Freundschaft basierende Beziehungen zwischen Eltern und Kindern, die in Familien vorherrschen. Aber auch ein guter Freund kann in der Regel nicht wissen, in welchem Beruf man selbst glücklich wird. Um Glück, Sinn und persönlichen Erfolg im (Berufs-)Leben geht es nämlich heute vorrangig, und nicht um Geld, Karriere und „Zeit absitzen“. Das sind hochgesteckte Ziele, für deren Erreichung man einiges tun muss, und zwar selbst; andernfalls sind die Früchte der Arbeit nicht zu ernten. Und damit sind wir wieder beim Test, der uns eine berufliche Entscheidung einfach nicht abnehmen kann, und das ist gut so.

Der Erkenntnisprozess, der sich beim Job Coaching einstellt, kann allerdings nur unter der Voraussetzung zu einem Ergebnis führen, dass man bereit ist, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen oder etwas banaler ausgedrückt: Die Suche nach der Antwort aktiv mitzugestalten. Durch entsprechende Fragestellungen und Übungen werden Sie beim Job Coaching in die Lage versetzt, die Lösung selbst zu finden. Dafür braucht es natürlich ein wenig Vertrauen in die eigene Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit. Und liebe Eltern, dies ist jetzt ein Appell an Sie, trauen Sie Ihren Kindern dies zu! Sie werden staunen, wie motiviert und aktiv der Nachwuchs plötzlich die eigene Ausbildungssuche angeht. Kinder hin zu Eigenverantwortung und Selbständigkeit zu erziehen, hat viel mit Vertrauen zu tun…und zu Ihrer „Beruhigung“: ein kleines Testverfahren habe auch ich in meinem Repertoire! Ich freue mich darauf, den JobProfilFindungs-Prozess z.B. im Rahmen meines Workshop-Angebots begleiten zu dürfen. Aktuelle Termine finden Sie unter http://www.jobprofilfinder.de/bewerbungscheck/ und / oder http://www.jobprofilfinder.de/infoveranstaltungen-job-coaching/.

Ihre Gunda Ben Djemia-Böke

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