3. Jobstation: beim Bilderrahmer passe partout

jpf-admin | 23.November 2016

Für meine dritte Jobstation habe ich mir eine handwerklich geprägte Arbeit ausgesucht, und zwar beim Bilderrahmer passe partout in Bochum-Langendreer. Den Inhaber Herrn Ruppert kenne ich schon einige Jahre, weil ich selbst dort immer meine Bilder rahmen lasse. Jedes Mal aufs Neue fasziniert mich dabei die Verwandlung des Bildes dank Rahmen und Passepartout. Aber von vorne…

Auf eine Tasse Tee am Küchentisch

Mein erster Arbeitstag beginnt an einem grauen Novembermorgen am ersten Tag der Woche. Es ist so ein typischer Montagmorgen, ein wenig zu grau, trist und kalt, um freudig das warme Zuhause zu verlassen. In der Langendreer Innenstadt (L.A. von Bochum 😉 befindet sich der kleine Laden von Herrn Ruppert. Er hat noch eine zweite Dependance, in der ich am zweiten Arbeitstag sein werde. Der Laden ist natürlich voller Bilder, die überall hängen, stehen, liegen. Die Musterrahmen kleben (mittels Klett) an der kompletten rechten Wand des Ladens. Ich komme etwas verspätet und abgehetzt um kurz nach 9 Uhr an und lasse meinen Blick über das gemütliche Durcheinander schweifen. Hier wird gearbeitet und das sieht man: Auf dem Boden liegen Holzspäne unter einer alten Stanzmaschine, Glasscheiben und dicke Pappen lehnen an Schränken, die Bilderleisten finden sich auf großen Tischen, die sich zur Ansicht von Bild und passender Rahmung optimal eignen. Ich fühle mich an diesem Ort gleich wohl.

Herr Ruppert führt mich zunächst ins Hinterzimmer, in dem wir am Küchentisch Platz nehmen und bei einer heißen Tasse Tee anfangen zu quatschen. Er erzählt mir, wie er damals vor über 30 Jahren sein Architekturstudium in Düsseldorf begann und nebenbei als Taxifahrer und in einer Galerie gearbeitet hat. Dort hat er das Handwerk gelernt, das er heute mit viel Leidenschaft und auch Idealismus ausübt. Für mich ist es eine Kunst, ein Bild im rechten Licht erscheinen lassen zu können. Herr Ruppert schafft das mit dem richtigen Rahmen und einem passenden Passepartout.

Die erste Kundin

Wir werden kurz von einer Kundin unterbrochen, die den Laden betritt, um die Beratung vom Ladenbesitzer in Anspruch zu nehmen. Sie zieht gerade um und benötigt nun farblich passende Bilderrahmen zu ihrer neugewählten Einrichtung. Herr Ruppert fragt nach, um genau den Geschmack der Kundin zu erfahren und zeigt ihr entsprechende Muster. Die Dame hat es sehr eilig und kündigt an, am nächsten Tag mit ihrem Material wiederzukommen.

Wir haben also wieder Zeit, unser Gespräch fortzuführen. Ich lerne das kleine Lager im Keller kennen. Es ist vollgestopft mit Holzleisten und Herr Ruppert sagt mit einem verschmitzten Lächeln, dass er meinen Besuch zum Anlass genommen habe, es mal wieder aufzuräumen. Eine gewisse Ordnung ist tatsächlich zu erkennen und so findet er auf Anhieb auch die Leiste, die er zur Rahmung des aktuellen Auftrages benötigt. Es handelt sich um eine sehr teure Holzleiste, weil sie versilbert ist. Er erklärt mir, dass ich die Echtheit unter anderem an den sichtbaren Nähten erkennen kann. Holz ist wirklich ein schönes Material und die Rahmen sind auch designtechnisch echte Hingucker. Insbesondere die Rahmen italienischer Hersteller haben es mir angetan. Sie sind außergewöhnlich geformt. Da tritt das Motiv fast in den Hintergrund.

Der nächste Kunde betritt das Ladenlokal. Ihm ist das Glas eines Bildes beim Transport gesprungen. Dafür braucht er ein neues. Auch solche Glasarbeiten kann Herr Ruppert selbstverständlich erledigen. Der Kunde hat auch noch ein Bild mitgebracht, für das er einen passenden Rahmen sucht. Herr Ruppert ruft mich dazu, damit ich bei der Auswahl des Rahmens helfe. Mein zweiter Vorschlag wird ein Glück sofort mit Begeisterung aufgenommen. Kunde und „Chef“ sind glücklich – alles paletti.

Bilderrahmen

Schließlich geht’s ans Rahmen eines Bildes. Zunächst wählt Herr Ruppert ein aufs Bild farblich abgestimmtes Passepartout aus und schneidet es zu. Die Kartons und Pappen sind natürlich säurefrei, so dass dem Bild nichts passieren kann. Wenn man kein Material aus dem Fachhandel benutzt, können sich Stockflecken bilden. Qualität hat hier oberste Priorität. Die Leisten werden mithilfe der Stanzmaschine auf Maß gebracht, schließlich wird alles zusammengeleimt und zum Trocknen in einer Art Seilkonstruktion festgezogen. Nun muss das Glas zugeschnitten werden. Der Kunde hat sich für die beste (und teuerste) Variante entschieden, das sogenannte Museumsglas. Es spiegelt nicht und schützt das Bild vor jeglichen Umwelteinflüssen, die ihm schaden könnten (wie z.B. Licht bzw. Sonne).

Handwerk, Design, Kunst?

Die Arbeit des Bilderrahmers hat viele Facetten. Es sind nicht nur künstlerische und gestalterische Arbeitsvorgänge, sondern auch die Beratung des Kunden, die den Beruf so anspruchsvoll, abwechslungsreich und interessant machen. Ich stöbere immer wieder durch alle Winkel des Ladens, entdecke alte Schätze, die Herr Ruppert selbst schon vergessen hatte und frage ihn Löcher in den Bauch. Am liebsten würde ich ganz viele Rahmen mit nach Hause nehmen, um auszuprobieren, wie dieses oder jenes Bild sich darin macht. Einen Rahmen darf ich am Ende wirklich zur Ansicht mitnehmen…und ein Weihnachtsgeschenk für meinen Vater finde ich auch noch. Es ist sogar ein Original eines Bochumer Künstlers und ich freue mich unglaublich, dass ich diese schwierige Geschenkeaufgabe bereits so früh in diesem Jahr erfolgreich gemeistert habe.

Am Samstag geht’s weiter beim Bilderrahmer passe partout bzw. Herrn Ruppert, allerdings im Herner Ladenlokal. Da sind hoffentlich nicht so viele schöne Sachen, die ich alle gleich mitnehmen möchte…;-)

Wenn Ihr noch ein persönliches Weihnachtsgeschenk für Eure Lieben sucht, kommt gerne vorbei bei passe partout in Bochum oder Herne http://passepartoutbochum.de

Eine schöne Vorweihnachtszeit wünscht Euch

Gunda

 

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