Buchrezension: Ich weiß nicht, was ich wollen soll

jpf-admin | 12.Februar 2020

Geht es Dir auch so? „Ich weiß nicht, was ich wollen soll“ ist die Herausforderung unserer Zeit, weil’s einfach zu viel zu wollen gibt. Bas Kast – bekannt dafür, jedwede wissenschaftliche Studie genauestens unter die Lupe zu nehmen – hat sich in seinem Buch der Glücksforschung gewidmet. Bevor ihn die Analyse der Ernährungswissenschaften fesselte, waren es die Fragen: Warum wir uns so schwer entscheiden können und wo das Glück zu finden ist?

Was die Wissenschaft sagt…

Das beleuchtet der Autor unter verschiedenen Gesichtspunkten: Freiheit, Wohlstand, Lebensmittelpunkt, -zeit und -inhalt. Ausgehend von seinen eigenen Erfahrungen zieht Kast Studien aus ganz unterschiedlichen Bereichen (z.B. aus dem Einzelhandel, Gesundheitssektor oder Sozial- und Gesellschaftswissenschaften heran), um unsere eigenen Ansprüche, Vorstellungen, Verhaltensweisen zu erklären bzw. in den Zufriedenheitskontext zu setzen. Diese Herangehensweise wird dann immer besonders spannend, wenn Gesellschaftsgruppen aus anderen Ländern völlig gegenteilige Lebenseinstellungen an den Tag legen und die Probleme unserer westlichen, vermeintlich modernen Welt gar nicht kennen. Mir sind dabei besonders die Exempel der Amischen im Kopf geblieben – einer protestantischen Glaubensgemeinschaft, die vorrangig in den USA zu finden ist. Die Amischen leben in relativ ärmlichen, aber insgesamt geborgenen Zuständen. Warum die Amischen oder auch die Bewohner von Roseto, Pennsylvania trotz oder gerade wegen ihrer einfachen Verhältnisse (damit sind nicht nur die Finanzen, sondern auch Struktur und Formgebung der Verhältnisse gemeint) ein nach ihren Maßstäben gutes Leben führen, ist schon eine grundsätzliche Überlegung unserer allgemeingültigen Standards wert. Auch wenn natürlich einige Orientierungspunkte äußerst fragwürdig sind wie z.B. die Tatsache bei den Amischen, dass der Mann arbeitet und die Frau für Haushalt und Kinder zuständig ist. Es gibt halt immer zwei Seiten der Medaille. Doch eine undifferenzierte Entwicklung hin zur freiheitlich geprägten, wohlstandsorientierten, urbanen Lebensweise fordert einen hohen Tribut: unser Unglücklichsein.

Was das alles in Bezug auf „mein Glück“ bedeutet…

Kast’s Fazit könnte man folgendermaßen zusammenfassen: Unsere Gesellschaft ist ein wenig aus dem Tritt geraten. Bedingt durch die unbändige Freiheit, in der wir leben, aufgrund der unermesslichen Bedeutung des Geldes, kurzum wegen der dauernden Unruhezustände, die durch Leistungsparadigmen, Anonymität, Social-Media-Terror und Konsumgeilheit geprägt sind. Wir funktionieren in dieser Gesellschaft, aber zunehmend als Reaktionäre denn als Agierende. Dabei haben wir die Wahl! Sie fällt uns nur so schwer, weil sich die Möglichkeiten ins schier endlose vermehrt zu haben scheinen.

Nach der Lektüre weißt Du vielleicht noch nicht auf Anhieb, was Du wollen sollst, kannst Dich aber besser an die Arbeit machen, eine Entscheidung bewusst zu treffen. Als Unterstützer fungieren Meta-Ebene, Bedürfnisklärung, Testverfahren und Eingrenzungsversuche. So einfach und doch so komplex – Bas Kast bringt es auf unterhaltsame und sehr gut verständliche Weise auf den Punkt, warum wir es uns manchmal so schwer machen und wie wir das ändern können. Absolute Lesempfehlung von mir: „Ich weiß nicht, was ich wollen soll“ ist bei FISCHER Taschenbuch erschienen und kostet 12 Euro. Erhältlich hier: https://karrierebuch.buchhandlung.de/shop/article/19964028/bas_kast_ich_weiss_nicht_was_ich_wollen_soll.html

Viel Spaß beim Nachlesen wünscht Euch

Gunda

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