Job Coaching und Buchhandel – wo ist der gemeinsame Nenner?

jpf-admin | 01.April 2020

Job Coach und Buchhändlerin – wie passt das zusammen? Diese Frage lese ich häufig in den Gesichtern meiner Mitmenschen, wenn ich meine(n) Beruf(e) angebe. Für mich ist es eine logische Konsequenz, beide Tätigkeitsfelder zu bedienen.

Buchempfehlung = Anfang vom Job Coaching

Nicht selten fragt der Sohnemann nach einem ausführlichen Beratungsgespräch mit Kunden in der Buchhandlung: „War das jetzt ein Coaching“? Da muss ich immer schmunzeln, aber so ganz unrecht hat er damit natürlich nicht. Ausgangspunkte für eine Buchberatung sind meistens die eigenen Bedürfnisse und Interessen – Teilbereiche, auf die wir auch im Coaching gebührend eingehen. Denn zur Analyse der Lebenslauf- oder Karriereplanung schauen wir gemeinsam auf die Schwerpunkte Stärken, Interessen und Bedürfnisse sowie Werte. Diese Anhaltspunkte bilden auch in der Buchberatung ein geeignetes Fundament für eine „richtige Entscheidung“. Bei der Buchauswahl mag diese Entscheidung leichter fallen, weil sie nicht so weitreichende Folgen hat wie eine beruflich motivierte Handlung. Obwohl ich schon oft den Satz gehört habe: „Dieses Buch hat mein Leben verändert.“ Bücher können uns also durchaus als Inspirationsquelle mit Vorbildfunktion dienen. Dies kann dazu führen, dass der Leser aus dem Gelesenen erkennt, was er für sich ändern kann und dies auch tut. Im Coaching ist es ähnlich: Der Erkennungsmoment wird durch den Coach herbeigeführt, indem er dem Coachee den Spiegel in Bezug auf die eigene Situation vorhält. Nicht jeder hält übrigens sein eigenes Spiegelbild aus und zieht aus dem Entdeckten die entsprechenden Schlüsse. Dazu gehören – wie bei jeder Veränderung – Mut, Entschlossenheit, Disziplin, Ausdauer, Kritikfähigkeit, Lernbereitschaft und, und, und… Die Lektüre eines Buches ist in diesem Zusammenhang ggf. weniger fordernd als ein Gegenüber in Person des Coaches.

Buch und Coaching = Veränderung

Aber ich will an dieser Stelle auch gar nicht behaupten, das eine ist besser als das andere. Veränderung führen beide herbei – Buch und Coaching. Was ich daraus mache, liegt in beiden Fällen in meiner alleinigen Verantwortung. Einen großen Unterschied zwischen den beiden Tätigkeitsbereichen kann ich aber doch benennen: Er bezieht sich aufs Schenken. Ein Buch kann ich verschenken, ein Coaching nicht. Und da sind wir wieder am Anfang: Wenn ich dem Beschenkten eine Freude machen will, ist es von Vorteil, seine Interessen und Bedürfnisse zu kennen, um ein gutes Buch für ihn auszuwählen. In Sachen Coaching kommt es vor allem darauf an, ob der Beschenkte genügend Eigenmotivation und -verantwortung mitbringt und ob die Chemie zwischen Coach und Coachee stimmt. Andere Menschen mit einem Coaching zu beglücken, das sie von vorneherein ablehnen, ist ein sehr schwieriges Unterfangen. Es kann gelingen – so, wie es auch funktionieren kann, ein Buch zu verschenken, das eigentlich gar nicht zum Geschmack des anderen passt. Der sichere Weg führt also unweigerlich über den Abgleich zwischen dem, was der Beschenkte gut findet und dem, was es dazu gibt. Oft wollen Schenkende dem Beschenkten was Gutes tun, indem sie ihm das offerieren, was sie selbst so großartig finden. Im Coaching verhält es sich so: Jeder muss seine eigene Erfahrung machen, um seinen Weg zu finden. Ratschläge ersetzen diesen Erfahrungsnutzen nicht.

Der Sohnemann ist übrigens mittlerweile selbst ein großer „Buchcoach“ im Kinderbuch- und Spielgenre geworden. Wir freuen uns auf Euren (derzeit wegen Corona leider nur virtuellen) Besuch im Karrierebuch https://karrierebuch.buchhandlung.de/shop/

Eure Gunda

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