Erfolgsgeschichten aus der Coachingpraxis

jpf-admin | 24.August 2021
Bau' Dir Dein Leben!

Erfolgsgeschichten sind ja immer so eine Sache. Was ist schon ein Coachingerfolg? In Bezug auf ein Job Coaching wird da schnell nur der neue Traumjob als maßgeblicher Erfolg gesehen. Dabei macht eine gelungene Zusammenarbeit so viel mehr aus. Was, das mache ich sehr gerne an folgendem Coachingbeispiel deutlich:

Rückblick zu den Anfängen

Als ich im Jahr 2014 mit meiner freiberuflichen Tätigkeit als Job Coachin in Bochum anfing, hatte ich bereits viel Erfahrung bei der Begleitung von ganz unterschiedlichen Menschen inner- und außerhalb von Arbeitsprozessen sammeln dürfen: u.a. bei der Entwicklung von Weiterbildungskonzepten in Schmieden und Gießereien oder bei der Arbeitsvermittlung von Langzeitarbeitslosen, ergänzt um erlerntes (Coaching-)Fachwissen im Rahmen des Studiums Arbeitswissenschaften sowie Fortbildungen zur systemischen und Job Coachin. Kurzum, ich war gut vorbereitet, als mein erster Klient in meine neu gegründete Coachingpraxis mit dem passenden Titel JobProfilFinder kam.

Best-Job-Practice

Herr D. stellte sich als „Vorzeige-Klient“ heraus: sehr reflektiert und diszipliniert in der Bearbeitung seiner Aufgaben, eigenverantwortungsbewusst und hoch motiviert. Ausgangsbasis war, dass er seine Tätigkeit nicht mehr ausüben wollte. Wir haben eine IST-Analyse seiner beruflichen (und persönlichen) Situation vorgenommen und er ist zu der Einsicht gelangt, dass nicht die Tätigkeit an sich das Problem war, sondern der Arbeitsort. Insbesondere die Werteskala von Arbeitgeber und -nehmer unterschieden sich enorm. Dank der detaillierten Ausarbeitung der eigenen Stärken, Bedürfnisse und Interessen fand Herr D. unglaublich schnell einen neuen Arbeitgeber, der zu ihm passte. Dort fing er in derselben Position wie beim alten Arbeitgeber an. Arbeitsbedingungen und -inhalte konnte man aber gar nicht miteinander vergleichen. Ich habe ihn nach dem „Neuanfang“ noch einige Male gesprochen und er war sehr zufrieden mit seiner Arbeitssituation.

Alles auf dem Prüfstand

Dies änderte sich erst im letzten Jahr…und wieder nahm er Kontakt mit mir auf, um die aktuelle „Einbahnstraße“ zu analysieren. Zwischenzeitlich hatte er dem Ruhrgebiet aus persönlichen Gründen den Rücken gekehrt und war mit seiner Familie in seine alte (ländlich geprägte) Heimat zurückgegangen. Den Arbeitgeber musste er dafür zwar nicht wechseln, aber seine Tätigkeit hatte sich stark verändert – mehr Verantwortung, viel mehr Aufgaben, für die er nicht ausgebildet war und sehr viel mehr Druck von allen Seiten, unzählige Überstunden und kein Ende in Sicht, etc.

Herr D. hatte bereits gesundheitliche Einschränkungen, die er nicht mehr ignorieren konnte und wollte. Wieder haben wir uns Zeit für die Problemanalyse genommen und Lösungsperspektiven erörtert. Sein größter Wunsch: sich die Arbeit selbst einteilen zu können. Nicht mehr nur reagieren, sondern aktiv selbst gestalten. Die damit verbundene Herausforderung: vermeintliche Sicherheit durch ein regelmäßiges Einkommen im Angestelltenverhältnis aufgeben. Aber dazu war er in Absprache mit seiner Frau bereit. Dann kam der (glückliche) Zufall, den es manchmal bei der Arbeitssuche auch braucht: Herr D. meldete sich bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend und bekam prompt das Angebot, dort in einer attraktiven und passgenauen Position anzufangen, die seinen Voraussetzungen bestens entsprach. Zuverlässige Arbeitszeiten, ein sicherer Arbeitsplatz und ein in Aussicht gestellter Gestaltungsspielraum bei der Arbeitserledigung sprachen für den Job. Zunächst reagierte er noch zögerlich, weil er sich eine mögliche Selbständigkeit schon so schön ausgemalt hatte. Allerdings beunruhigte ihn die (finanzielle) Unsicherheit bei diesem Vorhaben sehr. Insofern entschied er für sich, das Angebot anzunehmen und ggf. zu einem späteren Zeitpunkt parallel zur Haupttätigkeit ein Nebengewerbe aufzuziehen – sofern sein Arbeitgeber und seine Kräfte dies zuließen.

Eigeninitiative + Job Coaching = perfektes Match

Nur eine glückliche Fügung und mitnichten das Ergebnis des Job Coachings? Könnte man meinen. Herr D. sieht dies anders: Ihm helfe der Austausch immer sehr, um seine Entscheidungen auf eine solide Basis zu stellen. Genau diese Entscheidungsfähigkeit befreie ihn aus unguten Zwängen und eröffne neue Handlungsmöglichkeiten.

Dabei bezieht er sein Umfeld mit ein, aber eben nicht nur, und dies aus gutem Grund: Eine externe Person ist völlig unabhängig gegenüber dieser oder jener Entscheidung. Partner, Freunde oder andere Familienmitglieder verfolgen nicht selten ein bestimmtes (Eigen)Interesse oder denken in Schubladen, weil sie die Person, um die es geht, z.B. gar nicht aus dem beruflichen Kontext her kennen. Eine neutrale, wertungsfreie Zone, wie sie im Coaching gegeben ist, kann vor diesem Hintergrund ein idealer „Nährstoffboden“ für fundierte Entscheidungen sein.

…und noch eins zeigt dieses Paradebeispiel: Entscheidungen sind selten in Stein gemeißelt und erfordern meistens einen gesunden Aktionismus. Ich kann und darf mich verändern – sowohl räumlich – wie es die Familie von Herrn D. gemeinsam entschieden hat – als auch beruflich: Wenn die Arbeitssituation mit der eigenen Weiterentwicklung nicht mehr Schritt halten kann, ist es halt Zeit, die Konsequenzen daraus zu ziehen. Hätte Herr D. nicht gekündigt, wäre ihm die Stelle bei der Arbeitsagentur wohl nie angeboten worden und da er diese Möglichkeit selbst nie in Betracht gezogen hatte, wäre er wohl auch nicht auf die Idee gekommen, sich dort zu bewerben.

Schließt sich eine Tür, öffnet sich die nächste…ich muss „nur“ durchgehen (wollen) und aktiv werden. Dies wird Herr D. nicht müde zu betonen: „Nur wenn ich mich bewege, kann ich etwas bewegen!“

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